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Stefan Kellenberger 4 Min. Lesezeit

Sieben Termine im Oktober — und bei einem steht es weiter nirgends

Seit Anfang September haben wir über sieben Fristen geschrieben, die alle in diesen Monat fallen. Einzeln, über fünf Wochen verteilt. Hier stehen sie zum ersten Mal beisammen — mit dem Stand von heute und einer Nachkontrolle, die wir versprochen hatten.

Dieser Beitrag bringt keine Neuigkeit. Er räumt auf.

Seit Anfang September haben wir über sieben Fristen berichtet, die alle in den Oktober fallen — jede einzeln, verteilt über fünf Wochen. Wer sie alle gelesen hat, hat sie trotzdem nicht beisammen. Wir hatten sie auch nicht, bis wir am Wochenende das eigene Archiv danach durchsucht haben.

Drei liegen hinter uns, vier stehen noch an.

Was bereits fällig war

1. Oktober — das Transparenzregister. Jede Schweizer AG und GmbH muss ihre wirtschaftlich Berechtigten an ein neues Bundesregister melden. Überall stand, kleine Gesellschaften hätten zwei Jahre Zeit. Das stimmt — bis zur ersten Änderung im Handelsregister, dann bleibt ein Monat. Dazu kommt, was an solchen Daten hängt: Der 1. Oktober steht auch im Kalender von Leuten, die Rechnungen für amtliche Eintragungen verschicken, die niemand bestellt hat.

1. Oktober — Exchange Web Services. Microsoft hat begonnen, die Schnittstelle in Exchange Online abzuschalten. Sie meldet sich nicht mit einer Warnung, sondern damit, dass gescannte Dokumente nicht mehr ankommen. Wenn bei Ihnen seit Anfang Oktober Scans vom Multifunktionsgerät ausbleiben, ist das die wahrscheinlichste Erklärung.

30. September — Entra Connect. Knapp daneben, gehört aber dazu, weil die Folge im Oktober eintritt: Wer die Frist mit genau der mindestens nötigen Version gehalten hat, fällt am 23. Oktober aus dem Support. Das ist der Haken an Mindestversionen — sie lösen die Frist, nicht das Problem.

Was noch kommt

13. Oktober — Office 2021. Keine Sicherheitsupdates mehr, und anders als bei Windows 10 lässt sich keine Verlängerung kaufen. Das Tückische: Word, Excel und Outlook laufen am 14. Oktober genauso wie am Tag davor. Microsoft nennt einen Weg, es gibt drei.

23. Oktober — die Entra-Connect-Version aus dem Absatz oben.

30. Oktober — Microsoft Security Store. Wer bestimmte Verfahren aus regulatorischen Gründen behalten muss, kann ab diesem Datum einen eigenen Telekom-Anbieter anbinden. Das betrifft wenige, aber die betrifft es deutlich.

31. Oktober — AGOV. Bis dahin muss jedes bestehende CH-Login auf das gemeinsame Behörden-Login umgestellt sein. Die Anmeldung läuft danach ohne Passwort, und wer sich mit Passkeys aus dem Passwortmanager vorbereitet glaubt, wird sich wundern. Das ist die Frist mit der breitesten Wirkung, weil sie jeden trifft, der mit einer Behörde elektronisch verkehrt.

Und der siebte, bei dem wir etwas versprochen haben

31. Oktober — ddnss.de. Am 25. September haben wir geschrieben, ein seit 2013 betriebener DynDNS-Dienst solle Ende Oktober eingestellt werden. Grundlage war eine Rundmail des Betreibers, die ein Leser an einen IT-Blog weitergab.

Und wir haben dazugeschrieben, was uns daran nicht passte: Auf der Website des Dienstes stand davon nichts, die Newsseite endete im Januar 2025, eine zweite unabhängige Meldung gab es nicht. Wörtlich: «Wir können Ihnen das Datum nicht garantieren.»

Heute haben wir nachgesehen. Startseite und Infoseite antworten normal und enthalten keinen Hinweis auf eine Einstellung. Die Newsseite antwortet gar nicht mehr — sie ist nicht mehr vorhanden.

Vier Wochen vor dem behaupteten Termin steht dort weiterhin nichts — und die Newsseite, die im Januar 2025 endete, ist inzwischen ganz verschwunden.

Das belegt nichts ausser dem Schweigen. Es heisst nicht, dass abgeschaltet wird, und es heisst nicht, dass nicht abgeschaltet wird. Es heisst: Wer sich auf eine öffentliche Bestätigung verlässt, wartet möglicherweise bis zu dem Tag, an dem der Name nicht mehr auflöst.

Praktisch bleibt es deshalb beim Rat von damals. Wer jetzt nachsieht und umzieht, hat nichts verloren, falls die Frist nie eintritt.

Was an dieser Liste auffällt

Sechs der sieben Termine stammen von drei Anbietern und einer Behörde. Keiner davon hat etwas mit Ihrer Technik zu tun. Sie funktioniert, sie ist nicht veraltet, sie ist nicht schlecht gewartet — sie hängt nur an Entscheidungen, die anderswo getroffen werden.

Der siebte ist der interessanteste, weil er die Gattung zeigt: ein Dienst, der nichts kostet, den einmal jemand eingerichtet hat, der in keiner Inventarliste steht — und dessen Betreiber nicht einmal eine Mitteilung auf die eigene Website stellt.

Wenn Sie eine Liste Ihrer Abhängigkeiten führen, ergänzen Sie eine Spalte: Was kostet das? Alles mit «nichts» gehört zweimal angesehen.

Eine Einschränkung, damit Sie das richtig einordnen

Geprüft haben wir heute nur den letzten Punkt. Ob das Transparenzregister am 1. Oktober tatsächlich in Betrieb ging und ob Microsoft die EWS-Abschaltung planmässig begonnen hat, haben wir nicht nachgemessen. Was oben steht, sind die angekündigten Termine aus unseren Beiträgen, nicht bestätigte Vollzugsmeldungen.

Falls Sie bei einem davon unsicher sind, ob es Sie betrifft: Das lässt sich meist in wenigen Minuten klären — und das ist deutlich angenehmer als die Variante, bei der es sich von selbst klärt.

Fristen durchgehen

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