Fast jede Website wird gesichert. Trotzdem gehen jedes Jahr Daten verloren — nicht weil die Sicherung fehlte, sondern weil sie nicht das enthielt, was gebraucht wurde, weil sie zu kurz aufbewahrt wurde oder weil niemand je geprüft hatte, ob sie sich zurückspielen lässt. Diese Seite beschreibt, was eine brauchbare Sicherung ausmacht, was Ihr Hoster üblicherweise übernimmt und wo die Verantwortung bei Ihnen bleibt.
Drei Teile, und alle drei werden gebraucht
Eine Website besteht technisch aus mehr als dem, was man sieht. Eine Sicherung, die etwas taugt, umfasst drei Dinge:
Die Dateien. Das Programm selbst, das Template, alle hochgeladenen Bilder und Dokumente. Das ist der Teil, an den die meisten zuerst denken.
Die Datenbank. Artikel, Seiten, Benutzerkonten, Einstellungen, bei einem Shop die Bestellungen. Ohne sie ist die wiederhergestellte Website leer — die Hülle steht, der Inhalt fehlt.
Die Konfiguration ausserhalb. Welche Domain auf welches Verzeichnis zeigt, welche Weiterleitungen bestehen, welche E-Mail-Postfächer eingerichtet sind, welches SSL-Zertifikat läuft. Dieser Teil wird am häufigsten vergessen und kostet im Ernstfall am meisten Zeit, weil ihn niemand aufgeschrieben hat.
Die 3-2-1-Regel, praktisch übersetzt
Die gängige Faustregel lautet: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Systemen, davon eine an einem anderen Ort. Für eine Firmenwebsite heisst das nicht, dass Sie ein Rechenzentrum brauchen — es heisst dies:
Die laufende Installation ist Kopie eins. Die Sicherung beim Hoster ist Kopie zwei; bei uns wird täglich gesichert, in allen Hosting-Paketen. Kopie drei ist die, die fast überall fehlt: eine Sicherung, die nicht beim selben Anbieter liegt.
Sie klingt übertrieben, bis einer von zwei Fällen eintritt. Der erste: Sie wechseln den Anbieter — im Streit, nach einer Übernahme, aus welchem Grund auch immer. Der zweite, häufigere: Das Konto wird gesperrt, etwa weil eine Rechnung liegengeblieben ist oder die Kreditkarte ablief. In beiden Fällen liegt Ihre Sicherung hinter genau der Tür, die zu ist.
Was Ihr Hoster übernimmt — und was nicht
Ein ordentlicher Hoster sichert täglich, das ist heute Standard und bei uns in jedem Paket enthalten. Diese Sicherung deckt den häufigsten Fall zuverlässig ab: Ein Update ging schief, eine Seite wurde versehentlich gelöscht, ein Plugin hat etwas zerschossen. Ein Anruf, und der Stand von gestern ist wieder da.
Was sie nicht abdeckt, sollten Sie ebenso klar wissen:
Sie liegt in derselben Infrastruktur. Für Kontosperrung und Anbieterwechsel gilt das oben Gesagte.
Sie reicht nur eine begrenzte Zeit zurück. Wie weit, ist eine Frage, die Sie Ihrem Anbieter stellen sollten — und zwar bevor Sie die Antwort brauchen.
Und sie sagt nichts über die Wiederherstellbarkeit. Dass eine Sicherung angelegt wurde, heisst nicht, dass sie vollständig ist. Im SLA prüfen wir Sicherungen deshalb auf Integrität; ohne eine solche Prüfung ist eine Sicherung erst einmal nur eine Datei.
Der Punkt, an dem es im Ernstfall scheitert
Bei einem gewöhnlichen Datenverlust merkt man den Schaden sofort. Bei einem Einbruch nicht.
Schadcode wird selten am Tag der Installation entdeckt. Zwischen dem Einbruch und dem Moment, in dem etwas auffällt — eine Warnung von Google, eine gesperrte E-Mail-Zustellung, ein Anruf eines Kunden —, liegen häufig Wochen. In dieser Zeit läuft die Sicherung brav weiter und sichert den Schadcode gleich mit.
Wenn Ihre Sicherungen sieben Tage zurückreichen und der Einbruch sechs Wochen zurückliegt, ist jede einzelne davon infiziert. Sie können dann zurückspielen, so oft Sie wollen.
Daraus folgt eine unbequeme, aber einfache Anforderung: Es braucht Sicherungspunkte, die weiter zurückreichen als die typische Entdeckungszeit. Und es braucht die Möglichkeit, gezielt einen bestimmten Tag zu wählen, statt nur «den letzten Stand».
Und selbst dann ist das Backup nur der zweite Schritt
Nach einem Einbruch die Sicherung einzuspielen, ist verlockend — die Website ist wieder sauber, der Spuk vorbei. Nur: Die Lücke, durch die jemand hereinkam, ist nach dem Zurückspielen wieder offen. Häufig steht derselbe Angreifer innerhalb von Tagen wieder drin, weil sein Werkzeug die Adresse längst auf einer Liste hat.
Die Reihenfolge, die funktioniert: erst feststellen, wann und wodurch der Einbruch geschah, dann eine Sicherung von davor wählen, dann die Lücke schliessen — und erst danach wieder online gehen. Die ersten Schritte im Ernstfall haben wir in der Ersten Hilfe bei gehackten Websites beschrieben.
Die eine Prüfung, die alles entscheidet
Es gibt genau einen Weg, zu wissen, ob Ihre Sicherung etwas taugt: sie einmal zurückspielen. Nicht auf die laufende Website — auf eine Testadresse oder eine lokale Umgebung.
Was dabei regelmässig auffällt: Datenbank-Abzüge, die mitten im Export abbrechen. Dateirechte, die nach dem Zurückspielen nicht stimmen und die Seite weiss lassen. Sicherungen, die seit Monaten scheitern, weil die Festplatte voll ist — und die Fehlermeldung geht an eine Adresse, die niemand mehr liest. Wie oft das vorkommt, haben wir in einem eigenen Beitrag mit Zahlen belegt.
Einmal im Jahr genügt für diese Übung. Sie dauert eine halbe Stunde und ist der Unterschied zwischen einer Sicherung und der Vermutung, eine zu haben.
Was jetzt zu tun ist
Fragen Sie nach, wie weit Ihre Sicherungen zurückreichen. Das ist die Angabe, die im Ernstfall zählt, und Ihr Anbieter beantwortet sie in einem Satz.
Legen Sie eine Kopie ausserhalb an. Einmal im Quartal ein vollständiger Abzug auf ein Medium, das nicht beim Hoster liegt, genügt für die meisten Firmenwebsites.
Spielen Sie einmal etwas zurück. Sonst wissen Sie es nicht.
Wenn Sie das nicht selbst verfolgen möchten: Genau diese Punkte — Sicherungen mit Integritätsprüfung, kontrollierte Updates und die Überwachung im laufenden Betrieb — gehören zu unserem SLA-Betrieb. Und wie man Anbieter in dieser Frage vergleicht, steht im Hosting-Vergleich für KMU.
Häufige Fragen
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Was gehört alles in ein Website-Backup?
Drei Dinge, und alle drei sind nötig: die Dateien (Programm, Template, Bilder, Uploads), die Datenbank (Artikel, Benutzer, Einstellungen, Bestellungen) und die Konfiguration (Domains, Weiterleitungen, E-Mail-Postfächer, SSL). Wer nur die Dateien sichert, hat nach einem Ausfall eine leere Website. Wer nur die Datenbank sichert, hat Inhalte ohne Website.
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Was ist die 3-2-1-Regel?
Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien oder Systemen, davon eine an einem anderen Ort. Für eine KMU-Website heisst das praktisch: die laufende Installation, die Sicherung beim Hoster und eine Kopie, die nicht auf demselben Server liegt. Brennt das Rechenzentrum oder wird das Konto gesperrt, entscheidet die dritte Kopie.
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Reicht das Backup meines Hosters?
Für den häufigsten Fall ja — ein fehlgeschlagenes Update, eine gelöschte Seite, ein defektes Plugin. Für zwei Fälle nicht: wenn Sie den Anbieter verlassen oder wenn das Konto gesperrt wird, etwa nach einem Zahlungsproblem. Dann ist die Sicherung genau dort, wo Sie nicht mehr hinkommen. Bei uns sind tägliche Backups in allen Hosting-Paketen enthalten; eine eigene Kopie ausserhalb ersetzen sie nicht.
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Wie lange sollten Sicherungen aufbewahrt werden?
Länger, als die meisten denken. Ein Datenverlust fällt oft am selben Tag auf — ein Einbruch nicht. Wenn der Schadcode seit sechs Wochen auf dem Server liegt und Sie nur sieben Tage zurückreichen, sind alle Ihre Sicherungen infiziert. Für den Hackfall braucht es Punkte, die weiter zurückreichen, mindestens einige Wochen.
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Woran erkenne ich, dass ein Backup funktioniert?
Nur daran, dass Sie es einmal zurückgespielt haben. Eine Sicherung, die nie wiederhergestellt wurde, ist eine Vermutung. Häufige böse Überraschungen: unvollständige Datenbank-Abzüge, fehlende Dateirechte, eine Sicherung, die seit Monaten wegen voller Festplatte abbricht — und niemand liest die Fehlermeldung.
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Kann ich nach einem Hack einfach das Backup einspielen?
Nur wenn Sie wissen, wann der Einbruch stattfand — sonst spielen Sie den Schadcode zurück. Und die Lücke, durch die jemand hereinkam, ist nach dem Zurückspielen wieder offen. Ein Backup ist bei einem Hack der zweite Schritt, nicht der erste.