Ein Bericht von Veeam aus dem April, für den über 900 IT- und Sicherheitsverantwortliche befragt wurden, enthält zwei Zahlen, die man nebeneinanderlegen sollte.
90 Prozent sind zuversichtlich, sich von einem Vorfall wieder erholen zu können.
28 Prozent der tatsächlich von Ransomware Betroffenen haben anschliessend alle Daten zurückbekommen. 44 Prozent bekamen weniger als drei Viertel zurück; im Durchschnitt wurden 72 Prozent der betroffenen Daten wiederhergestellt.
Der Abstand zwischen diesen beiden Zahlen ist das eigentliche Thema. Es geht nicht darum, dass Betriebe keine Sicherungen machen — die meisten machen welche. Es geht darum, dass eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, keine Tatsache ist, sondern eine Vermutung.
Warum die Zuversicht so hoch ist
Weil Sichern und Wiederherstellen zwei verschiedene Dinge sind, von denen man nur eines regelmässig sieht.
Das Sichern läuft. Es meldet sich, wenn es klappt, manchmal auch, wenn nicht. Es entsteht ein Verzeichnis mit Dateien, die grösser werden. Das sieht nach Sicherheit aus.
Das Wiederherstellen dagegen passiert genau einmal: im Ernstfall. Und dann zeigt sich, ob die Datenbank vollständig war, ob die Dateiberechtigungen stimmen, ob das Zertifikat mitgesichert wurde, ob jemand das Passwort für den Sicherungsspeicher kennt — und ob die Person, die das alles weiss, gerade erreichbar ist.
Drei Fragen, die Sie beantworten können sollten
Nicht als Prüfung, sondern weil die Antworten im Ernstfall darüber entscheiden, wie teuer der Tag wird.
Wie viel Arbeit liegt zwischen zwei Sicherungen? Bei einer täglichen Sicherung sind es bis zu 24 Stunden. Für eine Firmenwebsite, die sich selten ändert, ist das folgenlos. Für einen Shop mit Bestellungen oder ein Buchungssystem sind 24 Stunden verlorene Aufträge, die niemand mehr rekonstruieren kann.
Wie lange dauert die Wiederherstellung? Nicht geschätzt, sondern gemessen. Der Unterschied zwischen zwei Stunden und zwei Tagen entscheidet darüber, ob Sie Kunden vertrösten oder verlieren.
Wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung durchgeführt? Wenn die Antwort «noch nie» lautet, ist das kein Vorwurf — es ist der Normalfall. Aber dann wissen Sie eben nicht, ob es funktioniert. Sie nehmen es an.
Der Punkt, den kein Hoster gern aufschreibt
Jetzt der Teil, der uns selbst betrifft.
Zu unseren vServern gehören tägliche Sicherungen mit sieben Tagen Rotation. Das steht so auf unserer Seite, und es ist ein solider Standard.
Es hat aber eine Eigenschaft, die selten jemand erwähnt: Sieben Tage Rotation heissen, dass ein spät entdeckter Einbruch alle Sicherungen unbrauchbar macht.
Wenn heute jemand eine Hintertür auf Ihrer Website installiert und Sie es in drei Wochen bemerken, dann enthält jede noch vorhandene Sicherung diese Hintertür. Sie können zurückspielen, so oft Sie wollen — Sie stellen den Einbruch mit wieder her.
Das ist kein Mangel unseres Angebots, sondern eine Eigenschaft jeder rotierenden Sicherung. Aber es ist der Grund, warum «wir haben ja Backups» kein vollständiger Plan ist.
Und es ist kein theoretisches Problem. Bei dem Lieferkettenangriff über das Auslieferungsnetz eines Herstellers, über den wir kürzlich geschrieben haben, versteckte sich das nachgeladene Plugin aktiv vor der Übersicht. Solche Vorfälle werden oft erst nach Wochen bemerkt — genau dann, wenn die Rotation längst durchgelaufen ist.
Was daraus folgt
Erkennen schlägt Wiederherstellen. Je früher ein Einbruch auffällt, desto grösser die Chance, dass es noch eine saubere Sicherung gibt. Deshalb sind Überwachung und aufmerksames Hinschauen kein Luxus neben dem Backup, sondern die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt etwas nützt.
Bei Wichtigem lohnt eine Kopie ausserhalb der Rotation. Ein monatlicher Stand, der nicht überschrieben wird, kostet wenig Platz und ist im beschriebenen Fall der Unterschied zwischen Wiederherstellung und Neuaufbau.
Und die Wiederherstellung einmal durchspielen. Nicht im Ernstfall zum ersten Mal. Bei uns ist eine Wiederherstellung «innert Stunden» über den Support möglich — wie lange es bei Ihrer Website konkret dauert, wissen Sie erst, wenn es jemand einmal gemacht hat.
Dazu gehört ein Hinweis in eigener Sache, den wir nicht verschweigen wollen: Die Wiederherstellung aus dem Backup ist Bestandteil unserer Betreuungsstufen «Plus» und «Komplett», nicht der Stufe «Basis». Wer «Basis» gebucht hat oder den Server selbst verwaltet, hat die Sicherungen — führt die Wiederherstellung aber selbst durch. Das ist gut zu wissen, bevor man sie braucht, und nicht danach.
Wenn Sie einmal ausprobieren möchten, wie eine Wiederherstellung bei Ihrer Website abläuft: Melden Sie sich, wir spielen das mit Ihnen durch, bevor es ernst wird.