«Wir müssten mal auf die neue Joomla-Version» — dieser Satz steht bei vielen Firmen seit Jahren auf der Liste, und mit jedem Monat wird er dringender. Denn eine alte Joomla-Installation altert nicht nur optisch: Sie bekommt keine Sicherheitsupdates mehr und wird zum offenen Einfallstor. Das eigentliche Problem ist aber nicht das Ob, sondern das Wie. Von Joomla 3 lässt sich nicht einfach auf die aktuelle Version klicken, dazwischen liegen mehrere Stufen und einige Fallstricke. Dieser Leitfaden zeigt, welche Joomla-Version heute aktuell ist, welchen Weg eine Migration nimmt und woran sie in der Praxis am häufigsten scheitert — damit Sie einschätzen können, was auf Sie zukommt.
Warum das Thema keinen Aufschub mehr verträgt
Eine Joomla-Website, die noch läuft, wirkt harmlos. Sie zeigt Inhalte an, das Kontaktformular funktioniert, niemand beschwert sich. Doch «läuft noch» sagt nichts über die Sicherheit aus. Sobald eine Joomla-Version ihr End-of-Life erreicht, schliesst das Projekt keine neu entdeckten Lücken mehr — und automatisierte Scan-Wellen suchen im Netz gezielt nach genau diesen ungepatchten Installationen. Eine veraltete Joomla-Seite ist damit eines der häufigsten Einfallstore für Hacks und untergeschobene Schadsoftware. Was im Ernstfall zu tun ist, beschreiben wir gesondert unter Website gehackt: Erste Hilfe; besser ist es, gar nicht erst in diese Lage zu geraten.
Welche Joomla-Version heute aktuell ist — und welche am Ende
Bevor man über den Weg spricht, lohnt der Blick auf die Landschaft. Joomla pflegt stets zwei Zweige parallel, und der Stand verschiebt sich mit jedem Jahr. Mitte 2026 sieht er so aus:
- Joomla 6 — die aktuelle Hauptversion (6.1er-Serie), erschienen im Oktober 2025. Das ist das sinnvolle Ziel für eine Migration heute.
- Joomla 5 — noch unterstützt, aber der auslaufende Zweig. Aktiver Bugfix-Support bis Oktober 2026, Sicherheitsupdates bis Oktober 2027.
- Joomla 4 — seit dem 14. Oktober 2025 am End-of-Life. Keine Sicherheitsupdates mehr. Wer damals von 3 auf 4 wechselte und seither nichts tat, ist heute wieder ungeschützt.
- Joomla 3 — End-of-Life bereits seit dem 17. August 2023. Seit fast drei Jahren ohne jeden Sicherheitsflicken.
Die wichtigste Erkenntnis daraus: Nicht nur Joomla 3 ist ein Problem. Auch Joomla 4 gehört inzwischen zu den toten Versionen. Sicher unterwegs ist heute nur, wer auf Joomla 5 oder 6 steht — und Joomla 5 sollte man bereits als Zwischenstation, nicht als Ziel betrachten.
Warum es keinen direkten Sprung von 3 auf 6 gibt
Der naheliegende Wunsch — einmal auf «Aktualisieren» klicken und von Joomla 3 auf die neueste Version springen — erfüllt sich nicht. Der offiziell unterstützte Pfad ist gestuft, und jede Stufe hat ihren eigenen Charakter:
- Innerhalb von Joomla 3 auf 3.10 aktualisieren. Version 3.10 ist die letzte der 3er-Reihe und bringt den Pre-Update-Check mit — ein Werkzeug, das Ihre Installation auf die Tauglichkeit für Joomla 4 prüft: PHP-Version, Datenbank, kritische Server-Einstellungen.
- Von 3.10 auf Joomla 4 — die «Mini-Migration». Dieser Schritt verändert die Struktur der Datenbank grundlegend. Er ist deshalb kein gewöhnliches Update, sondern eine echte Migration, die man nicht ungetestet auf der Live-Site fährt.
- Von 4 auf 5 und von 5 auf 6. Das sind reguläre Major-Updates über die eingebaute Update-Komponente. Sie laufen vergleichsweise glatt — vorausgesetzt, alle Erweiterungen und das Template sind für die jeweilige Zielversion freigegeben.
Technisch übernimmt die Komponente «Joomla! Update» das Kern-Update, und der Extension-Update-Check meldet, welche Erweiterungen bereit sind. Dieser Check hat aber eine Lücke: Er sieht nur Erweiterungen, deren Entwickler die passenden Kompatibilitäts-Angaben pflegen. Und Templates sowie eigene Layout-Anpassungen prüft er gar nicht — genau dort passieren die meisten bösen Überraschungen.
In-Place-Update oder Neuaufbau?
Nicht jede Joomla-Seite verträgt denselben Weg. Es gibt zwei grundsätzliche Vorgehen, und die Wahl entscheidet über Aufwand und Risiko:
Update auf der bestehenden Seite (In-Place)
Das direkte Update auf der Live-Installation ist nur für kleine, aufgeräumte Websites sinnvoll — und nur zwischen benachbarten Hauptversionen (4 auf 5, 5 auf 6), deren sämtliche Erweiterungen und Templates nachweislich freigegeben sind. Für den Sprung von Joomla 3 auf 4 ist es der falsche Weg.
Migration in einer separaten Umgebung (Rebuild)
Der empfohlene Weg für den Schritt aus Joomla 3 heraus und für jede komplexere Seite: Sie stellen eine Kopie der Website auf einer Subdomain mit eigener Datenbank und eigenem Datenbank-Nutzer bereit, führen die Migration dort durch und testen alles in Ruhe — Funktionen, Formulare, Darstellung, Ladezeit, Mobilansicht. Erst wenn die neue Version steht, schalten Sie kontrolliert um. Die bestehende Seite bleibt bis dahin online. Bei sehr alten, über Jahre umgebauten Installationen ist häufig ein Neuaufbau auf Joomla 6 mit Übernahme der Inhalte wirtschaftlicher, als jede Altlast durch vier Versionssprünge mitzuschleppen. Wie ein solcher Umzug Schritt für Schritt abläuft und worauf beim Erhalt der Suchmaschinen-Sichtbarkeit zu achten ist, steht in unserer Migration-Checkliste.
Was in der Praxis bricht
Migrationen scheitern selten am Joomla-Kern — der lässt sich verlässlich aktualisieren. Sie scheitern am Drumherum. Die vier häufigsten Bruchstellen:
Erweiterungen ohne Nachfolger
Der grösste Stolperstein. Zahllose Komponenten, Module und Plugins aus der Joomla-3-Zeit wurden nie auf 4, 5 oder 6 portiert. Fehlt ausgerechnet die Erweiterung, an der eine zentrale Funktion hängt, muss ein Ersatz her — eine gleichwertige Alternative, eine schlankere Lösung mit Bordmitteln oder eine Eigenentwicklung. Diese Fälle bestimmen den Aufwand einer Migration weit stärker als die Menge der Inhalte.
Templates
Joomla-3-Templates basieren meist auf einer alten Bootstrap-Generation und laufen unter Joomla 4, 5 und 6 nicht mehr. In der Praxis heisst das fast immer: ein neues Template. Das ist kein reiner Verlust — es ist zugleich die Gelegenheit für ein zeitgemässes, mobiloptimiertes Design statt eines in die Jahre gekommenen Layouts.
Eigene Anpassungen (Overrides)
Wurde am ursprünglichen Layout gefeilt — eigene Template-Overrides, angepasste Ausgaben — brechen diese durch die geänderten Strukturen der neuen Versionen. Der Pre-Update-Check erfasst sie nicht; sie müssen von Hand nachgezogen werden. Wer solche Anpassungen hat, sollte sie vor der Migration dokumentieren.
Die PHP-Version
Joomla 6 verlangt mindestens PHP 8.3 (empfohlen 8.4), Joomla 5 mindestens PHP 8.1. Alte Joomla-3-Seiten laufen oft noch auf PHP 7.x. Der Server muss also mitziehen — und ein PHP-Sprung kann seinerseits alte Erweiterungen aus dem Tritt bringen. Deshalb gehören Joomla-Version, Erweiterungen und PHP-Version zusammen geplant, nicht nacheinander.
Selbst migrieren oder migrieren lassen?
Ob Sie den Weg selbst gehen, hängt weniger an Joomla als an Ihrer Ausgangslage. Selbst machbar ist es, wenn die Seite überschaubar und sauber ist, die eingesetzten Erweiterungen nachweislich für die Zielversion freigegeben sind und im Haus jemand mit Joomla- und Server-Erfahrung Zeit hat, in Ruhe eine Staging-Umgebung aufzusetzen und zu testen.
Übergeben sollten Sie die Migration, wenn viele oder unklare Erweiterungen im Spiel sind, ein Template-Neubau ansteht oder die Suchmaschinen-Sichtbarkeit geschäftskritisch ist und beim Umzug kein Ranking verloren gehen darf. Dann zählt Erfahrung mit genau den Fällen, in denen es schiefgeht. Wir übernehmen solche Umzüge zum Festpreis, den Sie nach einer kostenlosen Bestandsaufnahme kennen — die Details dazu stehen auf der Seite Joomla-Migration. Ist die bestehende Seite bereits kompromittiert, kombinieren wir die Migration mit einer Hack- und Malware-Bereinigung, damit keine Hintertüren mitumziehen.
Wichtig ist in beiden Fällen der Schritt danach: Eine frisch migrierte Installation ist der günstigste Moment, um sie dauerhaft aktuell zu halten. Genau davor — dem Wieder-veralten-Lassen — bewahrt ein Wartungsvertrag mit kontrollierten Updates und geprüften Backups, wie wir ihn in der Joomla-Wartung anbieten. So wird die nächste Migration nicht in fünf Jahren zum selben Notfall wie diese.
Häufige Fragen
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Welche Joomla-Version ist aktuell?
Stand Mitte 2026 ist Joomla 6 die aktuelle Hauptversion (konkret die 6.1er-Serie). Parallel wird noch Joomla 5 gepflegt, das aber bereits der auslaufende Zweig ist: Der aktive Bugfix-Support für Joomla 5 endet im Oktober 2026, Sicherheitsupdates gibt es bis Oktober 2027. Wer heute neu plant, sollte Joomla 6 als Ziel nehmen. Welche Version zum Zeitpunkt Ihrer Migration die neueste ist, prüfen Sie am schnellsten direkt auf downloads.joomla.org.
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Ist Joomla 4 auch schon veraltet?
Ja — und das wird oft übersehen. Joomla 4 hat sein End-of-Life am 14. Oktober 2025 erreicht und bekommt seither keine Sicherheitsupdates mehr. Wer in den letzten Jahren von Joomla 3 auf 4 aktualisiert hat und seither nichts mehr tat, sitzt heute wieder auf einer ungepatchten Version. Sicher unterstützt sind derzeit nur Joomla 5 (auslaufend) und Joomla 6.
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Kann ich von Joomla 3 direkt auf die aktuelle Version migrieren?
Nein. Der offiziell unterstützte Weg ist gestuft: zuerst innerhalb von Joomla 3 auf die letzte Version 3.10 aktualisieren, dann auf Joomla 4, danach auf 5 und schliesslich auf 6. Der Schritt von 3.10 auf 4 ist dabei kein gewöhnliches Update, sondern eine Migration des Datenbank-Schemas. Einen direkten Sprung von 3 auf 5 oder 6 gibt es nicht.
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Was bedeutet «Mini-Migration» von Joomla 3.10 auf 4?
Joomla 3.10 ist eine Übergangsversion: Sie sieht aus wie Joomla 3, enthält aber den Pre-Update-Check, der Ihre Installation auf Joomla-4-Tauglichkeit prüft. Der eigentliche Schritt auf Joomla 4 verändert dann die Datenbankstruktur grundlegend — deshalb «Mini-Migration» und nicht bloss «Update». Genau hier wird ein Test in einer separaten Umgebung wichtig, statt den Schritt direkt auf der Live-Website zu wagen.
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Welche PHP-Version braucht die aktuelle Joomla-Version?
Joomla 6 setzt mindestens PHP 8.3 voraus, empfohlen ist PHP 8.4, dazu MySQL ab 8.0.13 oder MariaDB ab 10.4. Joomla 5 kommt noch mit PHP 8.1 aus. Alte Joomla-3-Installationen laufen dagegen häufig auf PHP 7.x — der Server muss also vor oder während der Migration auf eine passende PHP-Version gehoben werden. Das ist unkritisch, solange man es weiss und einplant, kann aber selbst wieder alte Erweiterungen zum Stolpern bringen.
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Was passiert, wenn eine Erweiterung nicht mit der neuen Version läuft?
Das ist der häufigste Bruchpunkt jeder Joomla-3-Migration. Viele Erweiterungen aus der Joomla-3-Zeit wurden nie auf 4, 5 oder 6 portiert. Für jede betroffene Komponente gibt es dann drei Wege: eine gleichwertige, gepflegte Alternative, eine schlankere Lösung mit Joomla-Bordmitteln oder eine massgeschneiderte Eigenentwicklung. Welche Erweiterungen tatsächlich Nachfolger brauchen, zeigt sich in der Bestandsaufnahme — und genau diese Zahl bestimmt am Ende den Aufwand, nicht die Menge der Inhalte.