«Joomla updaten» klingt nach einem Knopf, und meistens ist es auch einer. Trotzdem gehört das Aktualisieren zu den Aufgaben, die in Firmen am häufigsten liegen bleiben — weil unklar ist, was dabei passiert, und weil niemand die Website am Freitagnachmittag zerschiessen möchte. Diese Anleitung zeigt, wie ein Joomla-Update tatsächlich abläuft, was der eingebaute Pre-Update-Check vorher prüft, und wo der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Update und dem Sprung auf eine neue Hauptversion liegt. Denn diese beiden Dinge werden ständig verwechselt — und genau daraus entstehen die unangenehmen Überraschungen.
Ein Joomla-Update in sechs Schritten
-
1
Feststellen, welche Version läuft
Im Backend unter System → Systeminformationen stehen die Joomla- und die PHP-Version. Diese beiden Zahlen entscheiden alles Weitere: Sie sagen Ihnen, ob ein einfaches Update ansteht oder ein Versionssprung, und ob der Server die Voraussetzungen überhaupt erfüllt. Notieren Sie beides, bevor Sie irgendetwas anklicken.
Resultat: Joomla- und PHP-Version sind bekannt und notiert.
-
2
Backup erstellen — und einmal zurückspielen
Gesichert werden Dateien und Datenbank. Ob über Akeeba Backup, das in der Joomla-Welt übliche Werkzeug, oder über den Hoster, spielt keine Rolle. Entscheidend ist der zweite Teil: Spielen Sie die Sicherung wenigstens einmal probeweise zurück. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Annahme und keine Sicherung.
Resultat: Eine Sicherung, von der Sie wissen, dass sie sich wiederherstellen lässt.
-
3
Den Pre-Update-Check auswerten
Joomla bringt eine eigene Prüfung mit, zu finden unter System → Aktualisieren → Joomla. Sie meldet drei Dinge: zwingende Voraussetzungen (PHP- und Datenbankversion, Server-Module), empfohlene Einstellungen (Speicherlimits, Laufzeitgrenzen) und den Zustand der Erweiterungen. Was dort rot ist, blockiert das Update wirklich — gelb ist ein Hinweis, kein Hindernis.
Resultat: Sie wissen, ob das Update durchläuft oder vorher etwas am Server zu tun ist.
-
4
Erweiterungen zuerst aktualisieren
Unter System → Aktualisieren → Erweiterungen stehen die Updates für Templates, Komponenten und Plugins. Diese kommen vor dem Joomla-Kern an die Reihe, nicht danach. Der Grund ist einfach: Eine aktuelle Erweiterung läuft fast immer auch auf der älteren Joomla-Version, umgekehrt gilt das nicht. Wer zuerst den Kern hebt, steht im ungünstigen Fall vor einer Website, deren Formular- oder Shop-Erweiterung nicht mehr startet.
Resultat: Alle Erweiterungen sind aktuell, bevor der Kern angefasst wird.
-
5
Das Update ausführen
Unter System → Aktualisieren → Joomla genügt bei einem gewöhnlichen Update der Knopf. Joomla lädt das Paket, entpackt es und führt die nötigen Datenbankänderungen selbst aus. Der Vorgang dauert bei einer normalen Website weniger als eine Minute. Bricht er ab, hilft in den meisten Fällen ein höheres Speicher- oder Zeitlimit in PHP — nicht ein zweiter Versuch mit denselben Werten.
Resultat: Die neue Version ist eingespielt, ohne Fehlermeldung.
-
6
Nachkontrolle: die Seiten, die niemand testet
Startseite und Backend prüfen alle. Wichtiger sind die Stellen, die selten benutzt werden und trotzdem Geld kosten, wenn sie stillstehen: das Kontaktformular tatsächlich absenden, die Suche benutzen, einen Beitrag im Backend speichern, den Newsletter- oder Shop-Bereich öffnen, und einen Blick in das Fehlerprotokoll werfen. Diese fünf Minuten sind der Unterschied zwischen «hat geklappt» und «hat vermutlich geklappt».
Resultat: Die Website funktioniert nachweislich, nicht nur vermutlich.
Häufige Fragen
-
Wie aktualisiere ich Joomla?
Über das Backend: unter System → Aktualisieren → Joomla meldet die Installation selbst, wenn eine neue Version bereitsteht. Ein Klick lädt und installiert sie. Davor gehören zwei Dinge erledigt: ein Backup, das sich nachweislich zurückspielen lässt, und die Aktualisierung der Erweiterungen. Der Kern kommt zuletzt, nicht zuerst.
-
Was ist der Unterschied zwischen Joomla updaten und migrieren?
Ein Update bleibt innerhalb einer Hauptversion, etwa von 5.4.7 auf 5.4.8. Es dauert Sekunden, ändert an Ihren Inhalten nichts und ist die Routine, die alle paar Wochen ansteht. Eine Migration wechselt die Hauptversion und verändert dabei die Datenbankstruktur — der Weg von Joomla 3 auf 4 ist so ein Fall. Dazwischen liegt der Sprung von Joomla 5 auf 6: Joomla selbst nennt ihn ausdrücklich ein Upgrade und kein Migrationsprojekt, weil kompatible Erweiterungen weiterlaufen. Trotzdem gehört er auf eine Testkopie, nicht direkt auf die Live-Website.
-
Welche Joomla-Version ist aktuell?
Stand September 2026 sind es zwei Zweige: Joomla 6.1.3 als aktuelle Hauptversion und Joomla 5.4.8 als Langzeitfassung. Joomla 5.4 bekommt noch bis zum 13. Oktober 2026 Fehlerkorrekturen und bis zum 12. Oktober 2027 Sicherheitsupdates. Wer auf 5.4 sitzt, hat also keine Eile, aber ein Datum. Wer auf Joomla 4 oder älter sitzt, hat beides nicht mehr — dieser Zweig ist seit Oktober 2025 ohne Sicherheitsupdates.
-
Wie oft muss ich Joomla updaten?
Sobald ein Sicherheitsupdate erscheint — und das lässt sich nicht auf den nächsten Wartungstermin verschieben. Zwischen der Veröffentlichung einer Lücke und den ersten automatisierten Angriffsversuchen liegen erfahrungsgemäss Tage, nicht Wochen. Reine Fehlerkorrekturen können warten, bis es zeitlich passt. Das Problem: Ob ein Update Sicherheitskorrekturen enthält, steht nicht immer im Änderungsprotokoll. Im Zweifel gilt das Update als sicherheitsrelevant.
-
Das Update bricht mitten im Vorgang ab — was nun?
In den meisten Fällen ist das kein Joomla-Problem, sondern eine Grenze auf dem Server: zu wenig Arbeitsspeicher für PHP, eine zu kurze maximale Laufzeit oder eine zu kleine Upload-Grenze. Erhöhen Sie diese Werte und wiederholen Sie den Vorgang. Führt das nicht weiter, lässt sich das vollständige Joomla-Paket auch von Hand über die Update-Komponente einspielen. Ist die Website danach nicht mehr erreichbar, ist das der Moment für die Sicherung aus Schritt zwei — deshalb steht sie an zweiter und nicht an letzter Stelle.
-
Kann Joomla sich selbst aktualisieren?
Joomla kennt automatische Updates für Erweiterungen und für Patch-Versionen. Das nimmt Arbeit ab, ersetzt aber die Nachkontrolle nicht: Ein automatisches Update meldet nicht, wenn danach das Kontaktformular nicht mehr sendet. Für Websites, an denen etwas hängt, ist die sinnvolle Kombination darum ein automatisches Einspielen plus eine Überwachung, die merkt, wenn die Seite danach anders reagiert als vorher.
-
Kann ich das Joomla-Update machen lassen?
Ja — bei uns ist es Teil der Wartung. Wir spielen Updates auf einer Testkopie ein, prüfen die Erweiterungen, aktualisieren erst danach die Live-Website und kontrollieren die Funktionen. Wenn Sie nicht wissen, in welchem Zustand Ihre Installation gerade ist, schauen wir zuerst nach; das kostet nichts und dauert wenige Minuten.