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Joomla aktualisieren: Update, Upgrade und der Unterschied

Wie Sie Joomla aktualisieren, was der Pre-Update-Check prüft und warum der Sprung auf eine neue Hauptversion etwas anderes ist als das wöchentliche Update.

«Joomla updaten» klingt nach einem Knopf, und meistens ist es auch einer. Trotzdem gehört das Aktualisieren zu den Aufgaben, die in Firmen am häufigsten liegen bleiben — weil unklar ist, was dabei passiert, und weil niemand die Website am Freitagnachmittag zerschiessen möchte. Diese Anleitung zeigt, wie ein Joomla-Update tatsächlich abläuft, was der eingebaute Pre-Update-Check vorher prüft, und wo der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Update und dem Sprung auf eine neue Hauptversion liegt. Denn diese beiden Dinge werden ständig verwechselt — und genau daraus entstehen die unangenehmen Überraschungen.

Ein Joomla-Update in sechs Schritten

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    Feststellen, welche Version läuft

    Im Backend unter System → Systeminformationen stehen die Joomla- und die PHP-Version. Diese beiden Zahlen entscheiden alles Weitere: Sie sagen Ihnen, ob ein einfaches Update ansteht oder ein Versionssprung, und ob der Server die Voraussetzungen überhaupt erfüllt. Notieren Sie beides, bevor Sie irgendetwas anklicken.

    Resultat: Joomla- und PHP-Version sind bekannt und notiert.

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    Backup erstellen — und einmal zurückspielen

    Gesichert werden Dateien und Datenbank. Ob über Akeeba Backup, das in der Joomla-Welt übliche Werkzeug, oder über den Hoster, spielt keine Rolle. Entscheidend ist der zweite Teil: Spielen Sie die Sicherung wenigstens einmal probeweise zurück. Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Annahme und keine Sicherung.

    Resultat: Eine Sicherung, von der Sie wissen, dass sie sich wiederherstellen lässt.

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    Den Pre-Update-Check auswerten

    Joomla bringt eine eigene Prüfung mit, zu finden unter System → Aktualisieren → Joomla. Sie meldet drei Dinge: zwingende Voraussetzungen (PHP- und Datenbankversion, Server-Module), empfohlene Einstellungen (Speicherlimits, Laufzeitgrenzen) und den Zustand der Erweiterungen. Was dort rot ist, blockiert das Update wirklich — gelb ist ein Hinweis, kein Hindernis.

    Resultat: Sie wissen, ob das Update durchläuft oder vorher etwas am Server zu tun ist.

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    Erweiterungen zuerst aktualisieren

    Unter System → Aktualisieren → Erweiterungen stehen die Updates für Templates, Komponenten und Plugins. Diese kommen vor dem Joomla-Kern an die Reihe, nicht danach. Der Grund ist einfach: Eine aktuelle Erweiterung läuft fast immer auch auf der älteren Joomla-Version, umgekehrt gilt das nicht. Wer zuerst den Kern hebt, steht im ungünstigen Fall vor einer Website, deren Formular- oder Shop-Erweiterung nicht mehr startet.

    Resultat: Alle Erweiterungen sind aktuell, bevor der Kern angefasst wird.

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    Das Update ausführen

    Unter System → Aktualisieren → Joomla genügt bei einem gewöhnlichen Update der Knopf. Joomla lädt das Paket, entpackt es und führt die nötigen Datenbankänderungen selbst aus. Der Vorgang dauert bei einer normalen Website weniger als eine Minute. Bricht er ab, hilft in den meisten Fällen ein höheres Speicher- oder Zeitlimit in PHP — nicht ein zweiter Versuch mit denselben Werten.

    Resultat: Die neue Version ist eingespielt, ohne Fehlermeldung.

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    Nachkontrolle: die Seiten, die niemand testet

    Startseite und Backend prüfen alle. Wichtiger sind die Stellen, die selten benutzt werden und trotzdem Geld kosten, wenn sie stillstehen: das Kontaktformular tatsächlich absenden, die Suche benutzen, einen Beitrag im Backend speichern, den Newsletter- oder Shop-Bereich öffnen, und einen Blick in das Fehlerprotokoll werfen. Diese fünf Minuten sind der Unterschied zwischen «hat geklappt» und «hat vermutlich geklappt».

    Resultat: Die Website funktioniert nachweislich, nicht nur vermutlich.

Update ist nicht gleich Update

Wenn jemand sagt, er müsse «Joomla updaten», kann er zwei sehr verschiedene Dinge meinen. Der Unterschied entscheidet darüber, ob es zehn Minuten oder zwei Tage dauert.

Das gewöhnliche Update bleibt innerhalb einer Hauptversion — von 5.4.7 auf 5.4.8 zum Beispiel. Joomla lädt ein Paket, tauscht Dateien aus, passt bei Bedarf die Datenbank an, fertig. Ihre Inhalte, Ihr Template und Ihre Erweiterungen bleiben, wie sie sind. Das ist die Routine, die alle paar Wochen ansteht, und sie ist unspektakulär.

Der Sprung auf eine neue Hauptversion ist etwas anderes. Von Joomla 3 auf 4 ändert sich die Datenbankstruktur grundlegend; das ist eine Migration und ein eigenes Projekt — wie dieser Weg abläuft, steht in unserem Migrations-Leitfaden. Der Schritt von Joomla 5 auf 6 liegt dazwischen: Joomla selbst nennt ihn ausdrücklich ein Upgrade, weil kompatible Erweiterungen weiterlaufen und ein eigenes Kompatibilitäts-Plugin die Übergangszeit abfedert. Unspektakulär ist er trotzdem nicht — er gehört auf eine Testkopie.

Die Verwechslung dieser beiden Fälle ist der häufigste Grund, warum Updates liegen bleiben. Jemand hat einmal gehört, ein Joomla-Update sei aufwendig und riskant — was für die Migration von Version 3 stimmt — und verschiebt daraufhin auch das Sicherheitsupdate, das in vierzig Sekunden erledigt wäre.

Warum das Warten teurer ist als das Update

Ein nicht eingespieltes Sicherheitsupdate ist keine abstrakte Gefahr. Auf unseren eigenen Servern sehen wir täglich mehrere tausend automatisierte Zugriffe, die genau nach solchen Lücken suchen — nicht gezielt auf eine bestimmte Firma, sondern als Fliessbandarbeit über ganze Adressbereiche hinweg.

Der zeitliche Abstand ist dabei kleiner, als die meisten annehmen. Bei einer schweren Lücke in einem verbreiteten WordPress-Plugin lagen Ende August 2026 sechs Tage zwischen der Veröffentlichung und den ersten Angriffsversuchen auf Websites, die wir betreuen. Für Joomla gilt dasselbe Muster. Ein Update, das «nächsten Monat beim Wartungstermin» eingeplant wird, ist damit oft schon zu spät.

Das Gegenmittel ist unspektakulär: Sicherheitsupdates zeitnah einspielen, alles andere darf warten. Was dabei zu prüfen ist, damit aus der Eile kein Ausfall wird, steht in den Schritten oben.

Die drei Stellen, an denen es in der Praxis klemmt

Die PHP-Version. Joomla 6 verlangt mindestens PHP 8.3, Joomla 5 kommt mit 8.1 aus. Alte Installationen laufen dagegen oft noch auf PHP 7.x. Der Pre-Update-Check meldet das, aber lösen muss es der Hoster oder Sie selbst im Server-Panel. Wichtig dabei: Eine höhere PHP-Version kann ihrerseits alte Erweiterungen zum Stolpern bringen — deshalb gehört auch dieser Wechsel zuerst auf eine Testkopie.

Erweiterungen ohne Nachfolger. Nicht jedes Plugin aus der Joomla-3-Zeit wurde je auf 5 oder 6 portiert. Der Pre-Update-Check listet auf, was mit der Zielversion Probleme macht. Diese Liste ist die eigentliche Aufwandschätzung des ganzen Vorhabens — nicht die Menge Ihrer Inhalte.

Server-Grenzen. Wenn ein Update mitten im Vorgang abbricht, liegt es fast immer an einem zu knappen Speicherlimit oder einer zu kurzen maximalen Laufzeit. Das lässt sich in Minuten beheben, führt aber ohne Vorwissen zu einem unnötig unruhigen Nachmittag.

Wenn Sie das nicht selbst machen wollen

Es gibt gute Gründe, das abzugeben. Der beste ist nicht die Bequemlichkeit, sondern die Testkopie: Wer ein Update erst auf einer Kopie einspielt, dort prüft und es danach auf die Live-Website überträgt, hat praktisch kein Risiko — aber eben auch doppelten Aufwand und eine Umgebung, die jemand bereitstellen muss.

Genau das ist bei uns Teil der Wartung: Testkopie, Pre-Update-Check, Erweiterungen zuerst, dann der Kern, danach die Funktionsprüfung. Und wenn eine Erweiterung keinen Nachfolger hat, sagen wir das vorher und nicht danach. Die Testumgebung dafür gehört bei uns zum Joomla-Hosting — dort sind die PHP-Werte bereits passend gesetzt und eine Testkopie ist einen Klick entfernt, statt erst aufgebaut werden zu müssen.

Falls Sie unsicher sind, in welchem Zustand Ihre Installation gerade ist: Wir schauen nach. Das dauert wenige Minuten und kostet nichts. Wenn dabei herauskommt, dass Ihre Version das Ende ihrer Unterstützung überschritten hat, ist die nächste Frage ohnehin eine grössere — ob Joomla das richtige System bleibt, oder ob ein Wechsel ansteht.

FAQ

Häufige Fragen

  • Wie aktualisiere ich Joomla?

    Über das Backend: unter System → Aktualisieren → Joomla meldet die Installation selbst, wenn eine neue Version bereitsteht. Ein Klick lädt und installiert sie. Davor gehören zwei Dinge erledigt: ein Backup, das sich nachweislich zurückspielen lässt, und die Aktualisierung der Erweiterungen. Der Kern kommt zuletzt, nicht zuerst.

  • Was ist der Unterschied zwischen Joomla updaten und migrieren?

    Ein Update bleibt innerhalb einer Hauptversion, etwa von 5.4.7 auf 5.4.8. Es dauert Sekunden, ändert an Ihren Inhalten nichts und ist die Routine, die alle paar Wochen ansteht. Eine Migration wechselt die Hauptversion und verändert dabei die Datenbankstruktur — der Weg von Joomla 3 auf 4 ist so ein Fall. Dazwischen liegt der Sprung von Joomla 5 auf 6: Joomla selbst nennt ihn ausdrücklich ein Upgrade und kein Migrationsprojekt, weil kompatible Erweiterungen weiterlaufen. Trotzdem gehört er auf eine Testkopie, nicht direkt auf die Live-Website.

  • Welche Joomla-Version ist aktuell?

    Stand September 2026 sind es zwei Zweige: Joomla 6.1.3 als aktuelle Hauptversion und Joomla 5.4.8 als Langzeitfassung. Joomla 5.4 bekommt noch bis zum 13. Oktober 2026 Fehlerkorrekturen und bis zum 12. Oktober 2027 Sicherheitsupdates. Wer auf 5.4 sitzt, hat also keine Eile, aber ein Datum. Wer auf Joomla 4 oder älter sitzt, hat beides nicht mehr — dieser Zweig ist seit Oktober 2025 ohne Sicherheitsupdates.

  • Wie oft muss ich Joomla updaten?

    Sobald ein Sicherheitsupdate erscheint — und das lässt sich nicht auf den nächsten Wartungstermin verschieben. Zwischen der Veröffentlichung einer Lücke und den ersten automatisierten Angriffsversuchen liegen erfahrungsgemäss Tage, nicht Wochen. Reine Fehlerkorrekturen können warten, bis es zeitlich passt. Das Problem: Ob ein Update Sicherheitskorrekturen enthält, steht nicht immer im Änderungsprotokoll. Im Zweifel gilt das Update als sicherheitsrelevant.

  • Das Update bricht mitten im Vorgang ab — was nun?

    In den meisten Fällen ist das kein Joomla-Problem, sondern eine Grenze auf dem Server: zu wenig Arbeitsspeicher für PHP, eine zu kurze maximale Laufzeit oder eine zu kleine Upload-Grenze. Erhöhen Sie diese Werte und wiederholen Sie den Vorgang. Führt das nicht weiter, lässt sich das vollständige Joomla-Paket auch von Hand über die Update-Komponente einspielen. Ist die Website danach nicht mehr erreichbar, ist das der Moment für die Sicherung aus Schritt zwei — deshalb steht sie an zweiter und nicht an letzter Stelle.

  • Kann Joomla sich selbst aktualisieren?

    Joomla kennt automatische Updates für Erweiterungen und für Patch-Versionen. Das nimmt Arbeit ab, ersetzt aber die Nachkontrolle nicht: Ein automatisches Update meldet nicht, wenn danach das Kontaktformular nicht mehr sendet. Für Websites, an denen etwas hängt, ist die sinnvolle Kombination darum ein automatisches Einspielen plus eine Überwachung, die merkt, wenn die Seite danach anders reagiert als vorher.

  • Kann ich das Joomla-Update machen lassen?

    Ja — bei uns ist es Teil der Wartung. Wir spielen Updates auf einer Testkopie ein, prüfen die Erweiterungen, aktualisieren erst danach die Live-Website und kontrollieren die Funktionen. Wenn Sie nicht wissen, in welchem Zustand Ihre Installation gerade ist, schauen wir zuerst nach; das kostet nichts und dauert wenige Minuten.

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