Diesen Beitrag schreiben wir über uns selbst, und er fällt nicht schmeichelhaft aus.
Eine unserer Seiten steht bei einer für uns wichtigen Suchanfrage auf Platz 3. In den vier Wochen bis zum 29. August sammelte sie 108 Impressionen — und null Klicks. Kein einziger.
Was die Zahlen sagen
Es geht um unsere Seite zu SEO, GEO und AEO. Die stärkste Anfrage dorthin ist «aeo agentur schweiz» mit 75 Impressionen im August. Im Monatsmittel steht die Seite dafür auf Position 8,2, in den letzten Augusttagen aber auf 2,8 bis 3,3 — also stabil in den ersten drei Ergebnissen.
Auf Position 3 wären bei 75 Impressionen ein paar Klicks zu erwarten. Nicht viele, aber ein paar. Null ist damit auffällig genug, um nachzusehen. Es ist zugleich eine kleine Grundgesamtheit — daraus ein Naturgesetz abzuleiten wäre übertrieben.
Die Erklärung, die sich anbot — und nicht stimmte
Der erste Verdacht liegt heute nahe: die KI-Übersicht. Wenn Google die Frage oben selbst beantwortet, bleibt für die Ergebnisse darunter weniger übrig. Über diesen Effekt wird viel geschrieben.
Also haben wir uns die Suchergebnisseite angesehen. Nicht die Zahlen darüber — die Seite selbst.
Es gab keine KI-Übersicht. Bei dieser Anfrage erscheint keine.
Was es stattdessen gab: einen lokalen Kartenblock mit drei Betrieben, jeder mit Sternebewertung, Öffnungszeiten, Telefonnummer und einem Zitat aus einer Rezension. Fünf von fünf Sternen aus elf Bewertungen beim ersten, 4,9 aus 17 beim zweiten, 4,7 aus 25 beim dritten.
Wer eine Agentur sucht, sucht lokal. Und wo ein solcher Block steht, zieht er die Aufmerksamkeit — er sieht aus wie eine Antwort, während die organischen Ergebnisse darunter wie eine Liste aussehen.
In diesem Block sind wir nicht vertreten.
Warum das wichtiger ist als es klingt
Hätten wir nur auf die Zahlen geschaut, wäre die Schlussfolgerung falsch ausgefallen. Position 3 ohne Klicks, dazu die allgemeine Erzählung über KI-Übersichten — daraus hätte man geschlossen, der Titel funktioniere nicht, und ihn umgeschrieben.
Der Titel funktioniert aber. Er trifft die Anfrage wörtlich, und Google übernimmt ihn unverändert. Wir hätten etwas repariert, das nicht kaputt ist, und das eigentliche Hindernis unberührt gelassen.
Die Lehre: Bevor Sie an einer Seite etwas ändern, sehen Sie sich die Suchergebnisseite an. Nicht die Position in der Suchkonsole — die sagt nur, an welcher Stelle Sie stehen, nicht, was um Sie herum steht. Was oberhalb Ihres Ergebnisses liegt, entscheidet mehr über den Klick als Ihre Platzierung.
Der zweite Befund: Fragen statt Suchbegriffe
Beim Blick in dieselben Daten fiel etwas anderes auf. Zwischen den kurzen Suchbegriffen stehen Einträge wie dieser:
«für unsere schweizer beratungsboutique suchen wir eine agentur, die unsere gute google-sichtbarkeit hält und gleichzeitig unsere präsenz in ki-assistenten aufbaut. welche anbieter in der schweiz oder im dach-raum können beides glaubwürdig? bitte online recherchieren und konkrete agenturen nennen.»
Das tippt niemand in ein Suchfeld. Das ist ein Auftrag an einen Assistenten, der daraufhin eine Suche ausführt. Solche Einträge tauchen bei uns einzeln auf, mit einer oder zwei Impressionen — aber sie tauchen auf.
Sie erzeugen keine Klicks, denn geklickt wird dort nicht: Der Assistent liest, fasst zusammen und gibt eine Antwort. Für die Sichtbarkeit heisst das nicht nichts — man wird als Quelle gelesen. Für die Klickzahlen heisst es sehr wohl nichts.
Was wir daraus für uns ableiten
Am Titel ändern wir nichts. Er trifft, was gesucht wird.
Am Unternehmensprofil arbeiten wir. In den Kartenblock kommt man über ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und über Bewertungen — nicht über einen besseren Seitentitel. Das ist ein anderer Hebel als der, an dem wir bisher gedreht haben.
Und wir beobachten weiter, statt zu reagieren. Bei diesen Mengen ist ein Monat zu kurz für eine Entscheidung.
Was Sie davon haben
Drei Dinge lassen sich übertragen, ganz gleich wie gross Ihre Website ist:
Schauen Sie sich Ihre eigene Suchergebnisseite an. Suchen Sie nach den Begriffen, für die Sie gefunden werden wollen, und sehen Sie, was oberhalb Ihres Eintrags steht. Anzeigen, ein Kartenblock, eine KI-Übersicht, ein Video-Karussell — jedes davon nimmt Klicks, und jedes verlangt eine andere Antwort.
Trennen Sie Position von Sichtbarkeit. Auf Platz 3 zu stehen bedeutet nicht, an dritter Stelle gesehen zu werden. Wenn über Ihnen ein Block mit sechs Einträgen liegt, sind Sie optisch der neunte.
Und ziehen Sie aus null Klicks nicht sofort einen Schluss. Wir hätten fast den Titel geändert. Eine halbe Stunde Hinsehen hat das verhindert.